Vera Herweg: Im Schatten von Staat und Markt

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Idee und Praxis der Gemeinwirtschaft in Deutschland und Brasilien

Diese Arbeit ist eine soziologische Vergleichstudie über das Genossenschaftswesen in Deutschland und Brasilien. Genossenschaften als rein wirtschaftliche Einrichtungen zu betrachten ist unzureichend, da ihr sozialer Beitrag, ihre Leistung und Funktion damit nicht beachtet wird. In dieser Arbeit werden Genossenschaften als soziale Organisationen, als Teil sowohl der Privat- als auch der Gemeinwirtschaft betrachtet. Die vorliegende Untersuchung will der grundsätzlichen Frage nach der Bedeutung und der Funktion genossenschaftlicher Organisationsformen und des ihnen zugrundeliegenden Solidaritätsgedankens in modernen Gesellschaften nachgehen. Gerade der Vergleich zwischen einer spätindustriellen Gesellschaft und einem Schwellenland verspricht hier wichtige Aufschlüsse. Fragen, wie beispielsweise, “Welche theoretischen Grundlagen hat das Genossenschaftswesen der analysierten Länder? Was sagen Genossenschaften über die deutsche und die brasilianische Gesellschaft aus? Reflektiert die genossenschaftliche Organisation die Merkmale einer modernen industrialisierten Gesellschaft? Wie werden die internen Organisationsprozesse dargestellt und begründet?” sollen in dieser Arbeit beantwortet werden.In dieser Untersuchung wird von einer der Haupthypothese ausgegangen: Brasilien ist als Schwellenland durch eine „selektive Modernisierung“, d.h. durch ein Nebeneinander von modernen und vormodernen Elementen charakterisiert. Das Solidaritätsprinzip hat zwar Verfassungsrang, ist aber in der sozialen, wirtschaftlichen und politischen Realität wenig verankert. In Ermangelung eines ausgebauten Sozialstaats übernehmen die Genossenschaften wichtige Funktionen der sozialen Sicherung und der Integration benachteiligter Gruppen. Die Genossenschaften als Teil der solidarischen Ökonomie folgen weniger dem Prinzip wirtschaftlicher Rentabilität als einer Solidaritätsidee im Sinne von gegenseitiger Hilfe und sozialer Gerechtigkeit. Das Problem besteht darin, dass die gesamtgesellschaftlichen und politischen Strukturen, die der sozialen Ungerechtigkeit zugrunde liegen, durch Projekte einer solidarischen Ökonomie eher noch stabilisiert werden.

Diese Untersuchung betrachtet dafür Begriffe wie Solidarität, Modernisierung und Demokratie im Genossenschaftswesen.

 

ISBN 978-3-89688-260-0, 324 Seiten, 2005

Zusätzliche Information

Gewicht 250 g